Zwei junge Synchron-Duos haben sich in die Weltspitze geturnt, aber den Sprung aufs Podium knapp verpasst. Lars Garmann (SC Cottbus) und Ryan Eschke (Eintracht Frankfurt) sorgten mit Platz vier für das beste deutsche Ergebnis beim Trampolin-Weltcup in Coimbra (POR). Aurelia Eislöffel (MTV Bad Kreuznach) und Maya Möller (TG Dietzenbach) belegten Platz sieben, nachdem sie nach der Qualifikation sogar das Podium in Reichweite hatten. „Die beiden haben nach zwei Jahren eine gute Rückkehr geschafft und auch eine deutsche Bestmarke nach dem neuen Code of Points aufgestellt“, freute sich Bundestrainerin Katarina Prokesova vor allem über die starke Qualifikation der beiden Turnerinnen vom MTV Bad Kreuznach und der TG Dietzenbach, die nach ihrem überragenden dritten Platz beim Weltcup 2024 in Cottbus beide mit Verletzungen zu kämpfen hatten. Die Finalkür in Coimbra endete jedoch mit einem Fehler nach vier Sprüngen.
„Für die Jungs war es eine tolle Premiere. Sie haben eine gute Übung gezeigt, auch wenn es für den Kampf um die Medaillen noch etwas mehr braucht“, erklärte die Bundestrainerin zum vierten Platz von Lars Garmann und Ryan Eschke, die erstmals gemeinsam im internationalen Einsatz waren und sich im internen Qualifikations-Vergleich knapp gegen Fabian Vogel (MTV Bad Kreuznach) und Matthias Schuldt (TG Dietzenbach) durchsetzten und somit ins Finale turnten. „Die beiden haben leider nicht das gezeigt, was wir von ihnen gewohnt sind“, sagte Katarina Prokesova zur Synchron-Leistung der natürlich auch selbst enttäuschten Vize-Europameister.
Was insgesamt auch für das Abschneiden in den Einzel-Wettbewerben galt, in denen allein Matthias Schuldt einen Akzent setzen konnte. „Matze hat seine neue Übung mit 19,6 Schwierigkeit durchgeturnt. Das ist die richtige Richtung, in die wir arbeiten müssen Richtung Olympia“, erklärte die Bundestrainerin, die jedoch auch viele vorzeitig beendete Übungen verdauen und verarbeiten musste. Allein Routinier Fabian Vogel lieferte in der Qualifikation zweimal die geforderten zehn Elemente, fand im Halbfinale aber nicht seinen Rhythmus und belegte am Ende Rang 16. Wobei der Bad Kreuznacher ebenso weit unter seinem Qualifikationswert blieb, wie Matthias Schuldt, der nach zuvor 59,96 Punkten im Halbfinale nur auf neun Sprünge kam und Platz 19 (53,97 Punkte) belegte. Bei den Turnerinnen freute sich Maya Möller nach ihrem internationalen Wiedereinstieg über die persönliche Bestmarke von 52,70 Punkten, die Rang 30 bedeuteten. Aurelia Eislöffel gelang im Einzel dagegen ebenso wenig eine komplette Kür wie Lars Garmann und Ryan Eschke bei den Männern. „Wir müssen unbedingt an der Stabilität arbeiten“, erklärte Katarina Prokesova auch schon mit Blick auf „Die Finals“ Ende Juli in Hannover als nächsten nationalen Härtetest.
Die Einzel-Wettbewerbe wurden dominiert von Athleten, die für China bzw. unter neutraler Flagge starteten und alle Podiumsplätze unter sich ausmachten. Katsiaryna Yarshova (58,57 Punkte) siegte dabei ebenso überlegen wie der Chinese Zisai Wang (67,01) in einem hochklassigen Wettkampf, in dem der am Ende fünftplatzierte Gabriel Albuquerque vor heimischem Publikum zwei Übungen mit neuem Schwierigkeits-Weltrekord (22,8) zeigte.
Geschlossene Mannschaftsleistung der Doppel-Mini-Trampolintunerinnen
„Ich bin insgesamt sehr zufrieden“, sagte Olaf Schmidt, obwohl auch die von ihm betreuten Doppel-Mini-Trampolinturnerinnen und -turnern nicht den Sprung ins Finale schafften. „Das war hier auch ein sehr starkes Feld, in dem 50 Punkte nötig waren, um das Finale zu erreichen.“ Der erfahrene Coach war mit einem Quintett nach Portugal gereist, in dem die vier Frauen eine geschlossene Mannschaftsleistung zeigten. Mit Lili Hamer an der Spitze, der Schmidt die besagten 50 Punkte auch zutraut. Es wurden in Coimbra 48,6 Punkte in Summe der beiden Quali-Sprünge, mit der die 19-Jährige vom Norderstedter SV als beste deutsche Turnerin Platz 13 belegte.
Ihre Teamkolleginnen Leonie Heuschmann (TV Burgkunstadt), Annika Schiller (Walddörfer SV) und Sabrina Langner (TSV Ganderkesee) folgten auf den Plätzen 15, 17 und 18. „Die Mädels haben alle ihre Sprünge getroffen und ohne Patzer geturnt“, resümierte Olaf Schmidt zufrieden, wobei ihn das hohe Niveau an der Spitze beeindruckte. Mit zwei Weltklasse-Finalübungen made in USA. Alia Raga gewann mit 26,20 Punkten ebenso souverän wie Ruben Padilla, der mit 32,00 Punkten mal wieder eine Klasse für sich war. Der dreifache Weltmeister Ruben Padilla gewann einen Wettkampf, bei dem das deutsche Team nur zuschauen konnte. Denn Simon Dobler musste kurzfristig auf einen Start verzichten. Ein Trainingssturz noch in der Heimat zeigte in Coimbra Spätfolgen, so dass der Trainer und der letztjährige Deutsche Meister von der TG Biberach entschieden, kein Risiko einzugehen.